Mieterstrom in Hamburg: Solarstrom für Mehrfamilienhäuser

Photovoltaik ist nicht nur etwas für Eigenheimbesitzer. Auch Mieter in Mehrfamilienhäusern können von Solarstrom profitieren – durch sogenannte Mieterstrom-Modelle. In Hamburg, wo über 80% der Bevölkerung zur Miete wohnt, steckt hier enormes Potenzial. Seit dem Solarpaket I ist die Umsetzung deutlich einfacher geworden.

Was ist Mieterstrom?

Beim Mieterstrom wird eine Solaranlage auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses installiert. Eine umfassende Übersicht zum Thema bietet auch das Hamburger Fachportal mieterstrom.hamburg. Der erzeugte Strom wird direkt an die Mieter im Gebäude verkauft – ohne Umweg über das öffentliche Netz. Die Mieter bekommen günstigeren Strom, der Vermieter eine zusätzliche Einnahmequelle, und die Umwelt profitiert von lokal erzeugtem Ökostrom.

Der Mieterstrompreis darf maximal 90% des örtlichen Grundversorgertarifs betragen. In Hamburg bedeutet das: Mieter zahlen deutlich weniger als die üblichen ~36 ct/kWh für Netzstrom.

Das Solarpaket I: Was sich 2024 geändert hat

Das im April 2024 verabschiedete Solarpaket I hat Mieterstrom deutlich vereinfacht:

Für wen lohnt sich Mieterstrom in Hamburg?

Mieterstrom ist besonders interessant für:

Kostenbeispiel: Mieterstrom in einem Hamburger Mietshaus

Beispiel: Mehrfamilienhaus mit 12 Wohneinheiten, 200 m² Dachfläche:

💡 Hamburger Solarpflicht beachten

Die Solarpflicht gilt in Hamburg auch für Mehrfamilienhäuser – bei Neubauten seit 2023, bei Dacherneuerung seit 2025. Wer ohnehin installieren muss, kann mit Mieterstrom die Investition wirtschaftlicher gestalten. Mehr dazu bei den Hamburger Energielotsen.

Herausforderungen beim Mieterstrom

Trotz der Vereinfachungen durch das Solarpaket I gibt es Hürden:

Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung: Die einfachere Alternative

Seit dem Solarpaket I gibt es neben dem klassischen Mieterstrom-Modell die „gemeinschaftliche Gebäudeversorgung". Der entscheidende Unterschied: Der Anlagenbetreiber wird nicht zum Stromlieferanten. Der Solarstrom wird den Bewohnern anteilig zugeordnet, ohne dass ein Lieferantenrahmenvertrag oder eine Bilanzierung nötig ist. Das macht die Umsetzung besonders für kleinere Mehrfamilienhäuser deutlich praktikabler.

Steuerliche Vorteile

Für Mieterstrom-Anlagen gelten die gleichen steuerlichen Vorteile wie für Eigenheim-Anlagen: Nullsteuersatz bei Anschaffung (bis 30 kWp) und Einkommensteuerbefreiung (bis 15 kWp je Wohn-/Geschäftseinheit, max. 100 kWp). Für größere Anlagen lohnt sich die Beratung durch einen Steuerberater.

Häufige Fragen zu Mieterstrom in Hamburg

Können Mieter den Mieterstrom ablehnen?
Ja, die Teilnahme ist freiwillig. Mieter können ihren bisherigen Stromanbieter behalten. In der Praxis nehmen aber die meisten Mieter teil, weil der Mieterstrompreis günstiger ist.

Wer bezahlt die Solaranlage?
In der Regel der Gebäudeeigentümer oder die WEG. Die Investition refinanziert sich über den Mieterstromverkauf und die Einspeisevergütung.

Brauche ich einen Dienstleister?
Für das klassische Mieterstrom-Modell empfehlen wir einen spezialisierten Dienstleister (z.B. Metergrid, LichtBlick, NATURSTROM). Für die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ist der Aufwand geringer und kann ggf. selbst verwaltet werden.

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Schritt für Schritt: So setzen Sie Mieterstrom in Hamburg um

  1. Dachpotenzial prüfen: Lassen Sie die Dachfläche von einem Fachbetrieb bewerten. Bei Mehrfamilienhäusern kommen oft 20-40 kWp Anlagengröße in Frage. Nutzen Sie unseren Ertragsrechner für eine erste Einschätzung.
  2. Wirtschaftlichkeitsberechnung: Berechnen Sie die Investitionskosten, die erwarteten Einnahmen aus Mieterstromverkauf und Einspeisevergütung sowie den Mieterstromzuschlag. Bei 12+ Wohneinheiten ist Mieterstrom in der Regel wirtschaftlich.
  3. Mieter informieren und Interesse abfragen: Erstellen Sie ein Informationsschreiben und fragen Sie die Mieter, ob sie teilnehmen möchten. Je mehr Mieter mitmachen, desto wirtschaftlicher wird das Modell.
  4. Messkonzept und Abrechnungsmodell wählen: Entscheiden Sie zwischen klassischem Mieterstrom (Sie werden Stromlieferant) und gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung (einfacher, aber weniger flexibel).
  5. Angebote einholen: Holen Sie mindestens 2-3 Angebote von Fachbetrieben ein, die Erfahrung mit Mieterstrom-Projekten haben. Über unser Vergleichsportal finden Sie geeignete Partner.
  6. Dienstleister einbinden: Für die Abrechnung und Verwaltung empfehlen wir einen spezialisierten Mieterstrom-Dienstleister. Anbieter wie Metergrid, NATURSTROM oder Polarstern übernehmen Abrechnung, Meldepflichten und Reststromlieferung.
  7. Installation und Anmeldung: Nach der Installation erfolgt die Anmeldung beim Netzbetreiber (Stromnetz Hamburg) und im Marktstammdatenregister – wie bei jeder PV-Anlage.

Mieterstrom vs. Volleinspeisung: Was lohnt sich mehr?

Bei einem Mehrfamilienhaus haben Sie grundsätzlich zwei Optionen: Den Strom komplett ins Netz einspeisen (Volleinspeisung) oder an die Mieter verkaufen (Mieterstrom). Die Rechnung ist eindeutig: Bei Volleinspeisung erhalten Sie ca. 12,73 ct/kWh, bei Mieterstrom verkaufen Sie für ca. 28-30 ct/kWh an die Mieter plus Mieterstromzuschlag. Selbst nach Abzug der Verwaltungskosten ist Mieterstrom deutlich rentabler – vorausgesetzt, genügend Mieter nehmen teil.

Hamburger Besonderheiten beim Mieterstrom

Hamburg hat einige Eigenheiten, die Mieterstrom besonders interessant machen: Die hohen Strompreise (ca. 36 ct/kWh) schaffen eine große Preisdifferenz zum Mieterstromtarif – Mieter sparen sofort und der Vermieter verdient an der Differenz. Die Solarpflicht zwingt ohnehin zur Installation – Mieterstrom macht die Pflicht zur wirtschaftlichen Chance statt zur reinen Kostenstelle.

Ab 2027 kommt die Solargründachpflicht für Flachdächer – und viele Mehrfamilienhäuser in Hamburg haben Flachdächer. Wer jetzt schon mit Mieterstrom plant, erfüllt gleich mehrere Auflagen auf einmal. Die Solaroffensive Hamburg und die Hamburger Energielotsen bieten kostenlose Erstberatung speziell für Mieterstrom-Projekte an. Nutzen Sie diese Angebote – sie sind unverbindlich und können Ihnen viel Recherchearbeit ersparen.

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