Solargründach Hamburg: Die Pflicht ab 2027

Hamburg geht beim Klimaschutz den nächsten Schritt: Ab dem 1. Januar 2027 wird die Solargründach-Pflicht für Flachdächer eingeführt. Das bedeutet, dass Photovoltaik und Dachbegrünung kombiniert werden müssen. Was das konkret für Eigentümer bedeutet, welche Vorteile ein Solargründach bietet und welche Förderungen es gibt – hier erfahren Sie alles.

Was ist ein Solargründach?

Ein Solargründach vereint zwei Technologien auf einem Dach: Photovoltaikmodule zur Stromerzeugung und eine extensive Dachbegrünung. Die Solarmodule werden dabei auf einer erhöhten Unterkonstruktion montiert, sodass darunter die Vegetation wachsen kann. Beide Systeme ergänzen sich hervorragend – die Begrünung kühlt das Dach und verbessert sogar den Wirkungsgrad der Module.

Die Hamburger Solargründach-Pflicht

Das Hamburgische Klimaschutzgesetz sieht ab 2027 vor, dass Flachdächer bei Neubauten und umfassenden Dacherneuerungen mit einem kombinierten Solargründach ausgestattet werden müssen. Dies ergänzt die bereits geltenden Regelungen:

Die bestehenden Ausnahmen der Hamburger PV-Pflicht gelten weiterhin – etwa bei technischer Unmöglichkeit oder fehlender Wirtschaftlichkeit.

Vorteile eines Solargründachs

Die Kombination aus Photovoltaik und Gründach bietet zahlreiche Vorteile:

💡 Wichtig

Wer vor 2027 ein Solargründach realisiert, kann von der aktuellen Hamburger Gründachförderung profitieren, die Ende 2026 auslaufen könnte. Frühzeitiges Handeln kann sich also finanziell lohnen!

Kosten eines Solargründachs

Die Mehrkosten für die Dachbegrünung und die angepasste PV-Unterkonstruktion liegen bei ca. 50–100 €/m². Für ein typisches Flachdach mit 100 m² bedeutet das Zusatzkosten von 5.000 bis 10.000 €. Allerdings werden diese Mehrkosten durch die Hamburger Gründachförderung erheblich reduziert.

Hamburger Gründachförderung

Die IFB Hamburg fördert Gründächer in Kombination mit Photovoltaik großzügig:

Wichtig: Die PV-Module selbst werden nicht gefördert – nur die Zusatzkosten für die Kombination mit dem Gründach. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens bei der IFB Hamburg gestellt werden.

Technische Voraussetzungen

Für ein Solargründach gelten bestimmte technische Anforderungen: Die Nettovegetationsfläche muss mindestens 20 m² betragen, die Dachneigung darf maximal 30° sein. Bei Neubauten ist eine Substratdicke von mindestens 12 cm erforderlich, bei Bestandsgebäuden mindestens 8 cm. Die Statik muss das zusätzliche Gewicht von Begrünung, Substrat und PV-Anlage tragen können.

Was sollten Eigentümer jetzt tun?

Wenn Sie ein Flachdach besitzen oder einen Neubau planen, empfehlen wir: Holen Sie frühzeitig Angebote ein, die sowohl PV als auch Gründach berücksichtigen. Nutzen Sie die Gründachförderung, solange sie noch verfügbar ist. Ein erfahrener Fachbetrieb aus Hamburg kann Sie umfassend beraten und die optimale Lösung für Ihr Dach planen.

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Häufige Fragen zum Solargründach

Kann ich ein bestehendes Gründach mit Solar nachrüsten?
Ja, das ist möglich. Die Aufständerung wird über dem Substrat montiert. Wichtig ist, dass die Statik geprüft wird und die Dachabdichtung intakt bleibt.

Wie viel teurer ist ein Solargründach gegenüber nur PV?
Die Begrünung kostet zusätzlich ca. 50-100 €/m². Bei einem 80-m²-Flachdach sind das 4.000-8.000 € Mehrkosten – die aber teilweise über die Gründachförderung gedeckt werden.

Steigert das Gründach wirklich den PV-Ertrag?
Ja, aber moderat. Die kühlere Dachoberfläche senkt die Modultemperatur im Sommer und steigert den Ertrag um ca. 3-5%. Der Hauptvorteil liegt bei der Regenwasserrückhaltung und dem Erfüllen der Gründachpflicht.

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Welche Pflanzen eignen sich für das Solargründach?

Für extensive Dachbegrünung unter und zwischen Solarmodulen eignen sich besonders trockenheitsresistente Sedum-Arten (Fetthenne), Sempervivum (Hauswurz) und verschiedene Gräser. Diese Pflanzen brauchen minimale Pflege, überstehen Hamburger Winter und Trockenperioden und werden nur 5-15 cm hoch – ideal unter den aufgeständerten Modulen. Wichtig: Verzichten Sie auf höher wachsende Pflanzen die die Module verschatten könnten.

Planung eines Solargründachs: Was Sie beachten müssen

Die Kombination aus PV und Gründach erfordert sorgfältige Planung. Die Substratschicht (typisch 8-15 cm) muss für die Aufständerung der Module berücksichtigt werden. Die Statik muss das Gewicht beider Systeme tragen – Substrat wiegt ca. 80-120 kg/m² bei Sättigung, die PV-Module mit Aufständerung ca. 15-25 kg/m². Lassen Sie die Tragfähigkeit von einem Statiker prüfen, bevor Sie die Planung beginnen.

Wichtig ist auch die Entwässerung: Die Begrünung darf die Dachrinnen und Abläufe nicht verstopfen. Regelmäßige Dachwartung ist bei einem Solargründach besonders wichtig. Die Module sollten mit ausreichend Abstand zur Substratschicht montiert werden (mindestens 20-30 cm), damit die Begrünung darunter gedeihen kann und die Luftzirkulation die Module kühlt.

Kosten und Förderung für Solargründächer in Hamburg

Die Kosten für ein Solargründach liegen deutlich über einer reinen PV-Installation: Rechnen Sie mit ca. 50-100 €/m² zusätzlich für die extensive Dachbegrünung. Bei einem 80-m²-Flachdach sind das 4.000-8.000 € Mehrkosten. Hamburg fördert Gründächer über das Programm der IFB Hamburg – bis zu 10 €/m² Zuschuss für extensive Begrünung. In Kombination mit dem Nullsteuersatz für die PV-Anlage wird die Investition deutlich günstiger.

Tipp: Planen Sie Gründach und PV immer zusammen. Wer zuerst das Gründach anlegt und später PV nachrüsten will, muss die Begrünung teilweise wieder entfernen – das verursacht unnötige Kosten. Holen Sie direkt ein kombiniertes Angebot ein.

Pflege und Wartung

Ein Solargründach braucht mehr Pflege als eine reine PV-Anlage: Die Begrünung sollte 1-2 mal jährlich kontrolliert werden, unerwünschter Bewuchs (Gehölze, Sträucher) muss entfernt werden, und die Module müssen frei von Bewuchs bleiben. Insgesamt ist der Aufwand aber überschaubar – extensive Begrünung mit Sedum-Pflanzen ist sehr pflegeleicht und übersteht auch Hamburger Trockenperioden.

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