Notstrom mit Solaranlage: Funktioniert das wirklich bei Stromausfall?

Viele Eigenheimbesitzer glauben: „Ich habe eine Solaranlage, also habe ich bei Stromausfall Strom." Das stimmt so nicht. Eine Standard-PV-Anlage schaltet sich bei Stromausfall aus Sicherheitsgründen sofort ab. Nur mit einer speziellen Notstrom- oder Ersatzstromfunktion können Sie bei einem Blackout weiter Ihren eigenen Solarstrom nutzen. Hier erklären wir die Unterschiede und was Sie brauchen.

Warum schaltet sich eine Solaranlage bei Stromausfall ab?

Der Grund ist Sicherheit. Ihr Wechselrichter ist ans öffentliche Stromnetz gekoppelt. Fällt das Netz aus, muss der Wechselrichter sofort abschalten – sonst würde er Strom ins tote Netz einspeisen und Netztechniker bei Reparaturarbeiten gefährden. Diese Abschaltung (sog. NA-Schutz) ist gesetzlich vorgeschrieben und in jedem zertifizierten Wechselrichter eingebaut.

Das bedeutet: Ohne spezielle Zusatzfunktion haben Sie bei Stromausfall keinen Strom – egal wie hell die Sonne scheint und wie voll Ihr Speicher ist.

Notstrom vs. Ersatzstrom: Der wichtige Unterschied

Notstromfunktion (Basisschutz)

Bei einem Stromausfall stellt der Wechselrichter eine begrenzte Steckdose zur Verfügung (meist eine einzelne Schuko-Steckdose am Speicher oder Wechselrichter). Darüber können Sie einzelne Geräte versorgen: Handy laden, Kühlschrank betreiben, Licht. Die Umschaltung ist nicht automatisch – Sie müssen das Gerät manuell anschließen.

Ersatzstromfunktion (Vollversorgung)

Die Anlage bildet bei Netzausfall automatisch ein eigenes „Inselnetz" und versorgt Ihr gesamtes Haus weiter mit Strom. Die Umschaltung erfolgt automatisch innerhalb von Sekunden. Sie merken den Stromausfall im besten Fall gar nicht.

💡 Kurz gesagt

Notstrom = eine Steckdose für Notfälle. Ersatzstrom = Ihr ganzes Haus läuft weiter. Die meisten Eigenheimbesitzer sind mit der einfachen Notstromfunktion gut bedient, da längere Stromausfälle in Hamburg selten sind.

Was brauche ich für Notstrom?

Für eine funktionierende Notstromversorgung brauchen Sie drei Dinge:

  1. Einen Batteriespeicher: Ohne Speicher kein Notstrom – die Module allein können bei Netzausfall keinen stabilen Strom liefern.
  2. Einen notstromfähigen Wechselrichter: Nicht jeder Hybrid-Wechselrichter hat eine Notstromfunktion. Achten Sie bei der Auswahl darauf (gängige Modelle mit Notstrom: Fronius, SMA, Huawei, BYD, E3/DC).
  3. Korrekte Installation: Die Notstrom-Umschaltung muss fachgerecht installiert werden, insbesondere die Trennung vom öffentlichen Netz.

Wie lange hält der Speicher bei Stromausfall?

Das hängt vom Speicher und Ihrem Verbrauch ab. Beispielrechnung:

Für einen typischen Stromausfall in Hamburg (meist wenige Stunden) reicht ein 10 kWh Speicher mit Notstrom völlig aus.

Lohnt sich Ersatzstrom in Hamburg?

Ehrlich gesagt: Für die meisten Hamburger Eigenheimbesitzer ist die Ersatzstromfunktion ein „Nice-to-have", kein „Must-have". Hamburg hat eines der stabilsten Stromnetze Europas. Längere Stromausfälle sind extrem selten. Die Basis-Notstromfunktion (einzelne Steckdose) reicht für den typischen Ausfall von 30-120 Minuten völlig aus.

Sinnvoll kann Ersatzstrom sein, wenn Sie auf medizinische Geräte angewiesen sind, ein Home-Office betreiben das nicht ausfallen darf, oder ein besonderes Sicherheitsbedürfnis haben.

Notstrom bei der Planung berücksichtigen

Wenn Sie eine neue Solaranlage planen, sprechen Sie das Thema Notstrom direkt an. Es ist deutlich günstiger und einfacher, die Notstromfunktion von Anfang an mit einzuplanen, als sie nachträglich zu installieren. Achten Sie bei der Angebotseinholung darauf, ob der angebotene Wechselrichter und Speicher notstromfähig sind.

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Häufige Fragen zum Thema Notstrom

Kann ich Notstrom auch nachträglich einbauen?
Ja, wenn Ihr Wechselrichter und Speicher notstromfähig sind. Die elektrische Umschaltung muss aber von einem Fachbetrieb installiert werden. Nachträgliche Installation kostet ca. 500-2.000 € mehr als die Mitplanung von Anfang an.

Funktioniert Notstrom auch nachts?
Ja – solange der Speicher geladen ist. Der Speicher gibt den gespeicherten Strom auch ohne Sonne ab. Tagsüber laden die Module den Speicher nach, sodass Sie bei Sonnenschein theoretisch unbegrenzt versorgt sind.

Welche Geräte kann ich mit Notstrom betreiben?
Bei der Basis-Notstromfunktion (eine Steckdose, 2-3 kW): Kühlschrank, Licht, Router, Handyladung, Laptop. Nicht gleichzeitig: Herd, Durchlauferhitzer oder Waschmaschine. Bei Ersatzstrom (ganzes Haus): Alles was auch sonst läuft.

Wie oft fällt in Hamburg der Strom aus?
Selten. Die durchschnittliche Ausfallzeit in Hamburg liegt bei unter 15 Minuten pro Jahr. Längere Ausfälle durch Extremwetter oder Netzstörungen sind möglich, aber selten. Für die meisten Haushalte ist die Basis-Notstromfunktion daher ausreichend.

Weiterführende Artikel

Notstrom nachrüsten: Geht das?

Ja, aber mit Einschränkungen. Wenn Ihr Wechselrichter und Speicher notstromfähig sind (z.B. Fronius Symo GEN24, SMA Sunny Tripower Smart Energy, Huawei SUN2000), kann ein Elektriker die Notstromfunktion nachträglich aktivieren. Die Kosten liegen bei ca. 500-2.000 € für die Umschaltvorrichtung und die elektrische Installation.

Wenn Ihr Wechselrichter nicht notstromfähig ist, wird es deutlich teurer. In diesem Fall muss der Wechselrichter getauscht werden (3.000-5.000 €). Deshalb: Wenn Notstrom für Sie wichtig ist, planen Sie die Funktion von Anfang an mit ein. Die Mehrkosten bei der Erstinstallation sind deutlich geringer als eine Nachrüstung.

Welche Speichergröße für Notstrom?

Für die Basis-Notstromversorgung (Kühlschrank, Licht, Router, Handyladung) reicht ein 5-kWh-Speicher für ca. 8-12 Stunden. Für die Vollversorgung des Haushalts empfehlen wir mindestens 10 kWh. Mit einem 15-kWh-Speicher können Sie bei durchschnittlichem Verbrauch ca. 24 Stunden ohne Netzstrom überbrücken – tagsüber laden die Module den Speicher nach, sodass Sie bei Sonnenschein theoretisch unbegrenzt versorgt sind.

Blackout-Vorsorge in Hamburg

Großflächige Stromausfälle sind in Hamburg selten – die durchschnittliche Ausfallzeit liegt bei unter 15 Minuten pro Jahr. Trotzdem können lokale Ereignisse (Sturmschäden, Leitungsarbeiten, Netzüberlastung) zu mehrstündigen Ausfällen führen. Für die meisten Hamburger Haushalte reicht die Basis-Notstromfunktion (eine Notsteckdose, 2-3 kW) völlig aus, um die wichtigsten Geräte wie Kühlschrank, Router, Licht und Handyladung zu versorgen.

Wer sich umfassend absichern möchte, sollte auf eine Ersatzstromversorgung (ganzes Haus) setzen. Hier wird das gesamte Hausnetz im Blackout-Fall automatisch auf den Speicher umgeschaltet. Die Kosten für diese Vollversorgung liegen ca. 1.000-3.000 € über der Basis-Notstromfunktion. Sprechen Sie mit Ihrem Installateur über die für Sie passende Lösung.

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