Anbieter wie Enpal, DZ-4 oder Yello werben mit einem verlockenden Versprechen: Solaranlage aufs Dach, ohne einen Cent selbst zu zahlen – einfach mieten. Klingt attraktiv. Aber wenn man genau hinschaut, zahlt man beim Mietmodell über die Laufzeit deutlich mehr als beim Kauf – und die Anlage gehört einem am Ende trotzdem nicht. Hier ist der ehrliche Vergleich.
Wie funktioniert das Mietmodell?
Beim Mieten installiert ein Anbieter eine Solaranlage auf Ihrem Dach. Sie zahlen eine monatliche Miete (typisch: 100–200 €/Monat), nutzen den erzeugten Strom selbst und speisen den Überschuss ein. Der Anbieter bleibt Eigentümer der Anlage. Nach 20 Jahren können Sie die Anlage oft übernehmen – gegen eine weitere Zahlung – oder sie wird abgebaut.
Der Kostenvergleich: Mieten vs. Kaufen
Beispielrechnung für eine 10-kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher in Hamburg:
Variante A: Kaufen (mit Solarkredit)
- Anlagenkosten: ca. 22.000 €
- Kreditrate (20 Jahre, 4,99% eff.): ca. 145 €/Monat
- Gesamtkosten über 20 Jahre: ca. 34.800 €
- Nach 20 Jahren: Anlage gehört Ihnen. Strom nahezu kostenlos.
Variante B: Mieten
- Monatliche Miete: ca. 150–180 €/Monat
- Gesamtkosten über 20 Jahre: ca. 36.000–43.200 €
- Nach 20 Jahren: Anlage gehört Ihnen NICHT. Rückbau oder Kauf zu Restwert.
📊 Das Ergebnis
Beim Kauf zahlen Sie über 20 Jahre weniger und besitzen danach die Anlage. Beim Mieten zahlen Sie mehr und besitzen am Ende nichts. Die Differenz liegt je nach Anbieter bei 5.000–15.000 Euro.
7 Nachteile der Solarmiete, über die kaum jemand spricht
1. Höhere Gesamtkosten
Die monatliche Miete klingt überschaubar, summiert sich über 20 Jahre aber auf mehr als der Kaufpreis inklusive Finanzierungszinsen. Der Mietanbieter will schließlich auch verdienen.
2. Die Anlage gehört Ihnen nicht
20 Jahre lang zahlen Sie für etwas, das einem Unternehmen gehört – auf Ihrem eigenen Dach. Beim Kauf ist die Anlage sofort Ihr Eigentum und steigert den Wert Ihrer Immobilie.
3. Langfristige Vertragsbindung
Mietverträge laufen 20 Jahre und sind in der Regel nicht vorzeitig kündbar. Wollen Sie Ihr Haus verkaufen, muss der Käufer den Mietvertrag übernehmen – was viele Kaufinteressenten abschreckt.
4. Kein freier Anbieterwechsel
Beim Kauf wählen Sie Ihren Installateur frei und können Komponenten (Module, Wechselrichter, Speicher) nach Ihren Wünschen zusammenstellen. Beim Mieten bestimmt der Anbieter, was auf Ihr Dach kommt.
5. Eingeschränkte Einspeisevergütung
Bei manchen Mietmodellen behält der Anbieter die Einspeisevergütung – oder sie wird mit der Miete verrechnet. Beim Kauf fließt die komplette EVG auf Ihr Konto.
6. Grundbucheintrag oder Dienstbarkeit
Einige Mietanbieter lassen eine Dienstbarkeit ins Grundbuch eintragen. Das kann den Verkauf Ihrer Immobilie erschweren und belastet das Grundstück rechtlich.
7. Insolvenzrisiko des Anbieters
Was passiert, wenn der Mietanbieter in 10 Jahren insolvent ist? Wer wartet dann die Anlage? Wem gehört sie? Beim Kauf sind Sie Eigentümer und unabhängig von Dritten.
Wann macht Mieten trotzdem Sinn?
Fairerweise gibt es wenige Situationen, in denen Mieten sinnvoll sein kann:
- Wenn Sie wirklich keinerlei Eigenkapital aufbringen können UND keinen Kredit bekommen
- Wenn Sie das Haus in wenigen Jahren verkaufen wollen und keine langfristige Investition planen
In allen anderen Fällen – und das betrifft die große Mehrheit der Eigenheimbesitzer – ist der Kauf die wirtschaftlich bessere Entscheidung.
Die smarte Alternative: Solarkredit
Der häufigste Einwand gegen den Kauf ist: „Das Geld habe ich nicht." Genau dafür gibt es den Solarkredit. Die Idee ist einfach: Die monatliche Kreditrate wird durch die Stromersparnis gedeckt. Sie zahlen also nicht mehr als vorher – und nach der Kreditlaufzeit gehört Ihnen die Anlage und der Strom kostet nahezu nichts mehr.
Konkret: Bei einem Solarkredit über 22.000 € mit 20 Jahren Laufzeit (4,99% eff.) zahlen Sie ca. 145 €/Monat. Gleichzeitig sparen Sie durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung ca. 200 €/Monat – Sie sind also vom ersten Tag an im Plus. Mit unserem Finanzierungssimulator können Sie das für Ihre Situation durchrechnen.
Was Mietanbieter Ihnen nicht erzählen
Die Werbung der Mietanbieter klingt verlockend: „0 € Investition", „All-inclusive", „Wartung inklusive". Was sie nicht so laut sagen:
- Die Wartungskosten einer PV-Anlage sind minimal – im Schnitt 100-200 € pro Jahr. Das „Wartung inklusive"-Argument klingt nach mehr als es wert ist.
- Die Modulgarantien gelten auch beim Kauf – 25-30 Jahre Leistungsgarantie geben die Hersteller ohnehin. Dafür brauchen Sie keinen Mietvertrag.
- „0 € Investition" stimmt rechnerisch nicht – Sie zahlen 20 Jahre lang Miete. Das ist eine Investition, nur eben eine deutlich teurere.
- Die Anlage ist oft nicht optimal dimensioniert – Mietanbieter installieren häufig Standardgrößen. Ein lokaler Fachbetrieb plant individuell für Ihr Dach.
Erfahrungswerte: Was passiert nach 20 Jahren?
Beim Kauf ist die Situation klar: Die Anlage gehört Ihnen, der Kredit ist abbezahlt, und der Strom kommt nahezu kostenlos vom Dach. Viele Module produzieren nach 25-30 Jahren noch 80% ihrer Nennleistung.
Bei der Miete wird es komplizierter: Je nach Vertrag können Sie die Anlage zum Restwert übernehmen (zusätzliche Kosten), den Vertrag verlängern (weitere Mietzahlungen) oder den Rückbau verlangen. In jedem Fall haben Sie 20 Jahre lang gezahlt und besitzen nichts – es sei denn, Sie zahlen nochmal.
Kaufen statt mieten – kostenlos vergleichen
Erhalten Sie bis zu 3 unverbindliche Angebote von geprüften Fachbetrieben in Hamburg. Kein Mietanbieter, keine Bindung – nur faire Kaufangebote.
Kostenlose Angebote erhalten →Fazit: Kaufen schlägt Mieten – fast immer
Das Mietmodell klingt bequem, kostet aber langfristig mehr und macht Sie abhängig von einem Anbieter. Beim Kauf – ob mit Eigenkapital oder Solarkredit – zahlen Sie weniger, besitzen die Anlage und profitieren von der vollen Einspeisevergütung und Wertsteigerung Ihrer Immobilie. Die einzige Frage ist nicht ob, sondern welchen Fachbetrieb Sie beauftragen.